
50 Lektionen, eine einzige lange Liste, kein einziger Zwischentitel. Reine Textwand, kein Ausweg. So sah meine Coachy Sidebar aus, bevor ich sie überhaupt angefasst habe.
Mitgliederbereich-Optimierung klingt nach großem Wort für etwas ziemlich Simples: Struktur rein, Chaos raus. Genau darum geht es bei den Coachy Tipps, die mir am meisten weitergeholfen haben. Fast immer landete ich wieder bei genau dieser Sidebar. Eine Freundin von mir trainiert grad für einen Triathlon, ihr Plan ist in klare Blöcke sortiert: Schwimmen, Rad, Laufen, jeder mit eigenem Rhythmus. Meine Kursübersicht hätte genauso aussehen sollen. Stattdessen war es ein einziger langer Block ohne Pause, ohne Luft.
Coaches, die grad ihren ersten Kurs bauen, fragen mich fast immer dasselbe. Hier kommen die Antworten, roh und ungeschönt, so wie ich sie mir selbst gerne früher gegeben hätte.
Wie viele Sektionen sind zu viel im Online-Kurs-Design?
Coachy arbeitet mit drei Ebenen: Kurs, Sektion, Lektion. Das ist das Skelett, an dem alles andere hängt. Ich denke dabei ans Kochen: die Sektionen sind die Gänge, Vorspeise, Hauptgang, Dessert, und die Lektionen sind die einzelnen Zutaten darin. Wirfst du alles in einen Topf, findet niemand mehr raus, was er eigentlich isst.
Eine klare Grenze, an die ich mich seitdem halte: Passt die Sektionsliste nicht mehr ohne Scrollen auf den Bildschirm, sind es zu viele. Bei mir sind es sechs Sektionen geworden, davor waren es über zwanzig einzelne Punkte untereinander. Klapp die Sektionen in der Sidebar einklappbar. Dann sieht eine neue Teilnehmerin beim Einloggen keine fünfzig Punkte, sondern fünf oder sechs Themenblöcke. Das Gehirn entspannt sich sofort, fast wie beim Ablegen in Savasana.

Icons in der Sidebar: mehr als nur Deko
Lange dachte ich, Icons sind Spielerei. Falsch gedacht. Wir scannen Text, bevor wir ihn lesen. Ein kleines Kamera-Symbol vor einer Lektion sagt dem Gehirn sofort: hier gibt's ein Video. Ein Blatt-Symbol heißt: hier wartet ein PDF. Coachy bindet dafür eine große Icon-Bibliothek ein, und ich hab jedem Modul ein eigenes Zeichen gegeben.
Kurz bevor ich eine neue Lektion aufnehme, wisch ich immer über die Webcam-Linse. Dieses kühle Glas unter den Fingern ist inzwischen fast mein Startsignal fürs Aufnehmen. Danach geht's ums Feintuning der Sidebar, nicht um die Aufnahme selbst. Wie du Formate wie PDFs oder Workbooks technisch anlegst und verwaltest, ist übrigens ein eigenes Thema für sich. Hier soll es nur um die Navigation dazu gehen. Icons plus Farben sind eigentlich schon eine kleine Branding-Frage, aber auch die spar ich mir für einen anderen Text auf.

Wo gehört der Support-Link wirklich hin?
Jetzt zur unangenehmen Wahrheit. In meinem Drang, alles clean zu halten, hab ich den Support-Link so tief in ein Untermenü gepackt, dass Kundinnen dachten, ich wäre für sie nicht erreichbar. Ordnung wollte ich schaffen, Isolation hab ich bekommen.
Die Regel, die ich seitdem nie wieder breche: Support-Zugang darf nie weiter als einen Klick von der Sidebar-Startseite entfernt liegen. Ich hab ihn jetzt als feste Sektion ganz unten reingesetzt, mit einem kleinen Briefumschlag-Symbol davor. Seitdem sind die "Huhu, bist du noch da?"-Mails komplett weg. Ein Menü soll führen, nicht verstecken. Das kollabierbare Prinzip aus Coachy hilft dabei enorm für die Benutzerfreundlichkeit deines ganzen Kurses.
Die Grenze der Reduktion
Es gibt diesen Trend, radikal alles wegzulöschen, was nicht zwingend nötig ist. Ich seh das anders. Streichst du zu viele Menüpunkte, nur damit die Sidebar hübscher wirkt, finden Teilnehmerinnen wichtige Ressourcen nicht mehr von selbst. Die Abbruchrate steigt, sobald die Navigation zu abstrakt wird.
Meine Faustregel: Downloads, Community, Support. Alles davon sollte maximal zwei Klicks entfernt sein, egal wie clean die Sidebar aussehen soll. Am Starnberger See spazieren, Handy kurz gecheckt, und der Umsatz für den Monat stand da schon am Zwölften komplett. Support-Mails zur Navigation? Praktisch keine mehr. Das war für mich der Beweis, dass Struktur kein Kosmetik-Thema ist, sondern direkt an Umsatz und Nerven hängt. Wie du den ganzen Mitgliederbereich von null aufbaust, ist nochmal ein größeres Thema, hier geht's wirklich nur um diese eine Sidebar.
Datenschutz in der Sidebar mitdenken
Kurz und schmerzlos: Verlinkst du externe Tools in deiner Sidebar, achte darauf, dass Teilnehmerinnen dabei im geschützten Bereich bleiben. Nichts ist ärgerlicher, als sich durch ein schönes Menü zu klicken und dann auf einer unsicheren Seite zu landen. Coachy ist ein deutsches Unternehmen mit Servern hier, das gibt mir dabei ein gutes Gefühl. Wie du bei Coachy Impressum und Datenschutz einbinden kannst, hab ich in einem eigenen Text aufgeschrieben, falls dir dazu noch Fragen offen sind.
Was hätte ich gerne vorher gewusst?
Dass eine gute Sidebar keine Deko ist, sondern der Reisebegleiter für jede Teilnehmerin durch den Kurs. Bevor ich überhaupt eine echte Plattform hatte, hab ich Zahlungen über PayPal-Links gesammelt und jeden Zugang händisch freigeschaltet. Am Anfang ging das noch halbwegs, aber es war fehleranfällig und hat mir jeden freien Abend gefressen. Keine Sidebar auf der Welt hätte dieses Problem gelöst, das lag tiefer.

Am Design deines Kurses feilst du grad vielleicht noch. Dann denk auch an den ersten Eindruck vor dem ersten Klick. Du kannst zum Beispiel auch deine Coachy Login Seite gestalten, damit die Reise schon beim Einloggen mit einem guten Gefühl beginnt. Wie du neue Teilnehmerinnen danach mit einer Willkommensmail abholst, ist übrigens ein eigenes Thema für sich. Und falls du deine Videos noch etwas schöner zeigen willst, hab ich aufgeschrieben, wie man den Flenski Videoplayer anpassen kann, falls du diese Kombination nutzt.
Nimm dir eine ruhige Stunde, geh deine Sidebar mit den Augen einer kompletten Anfängerin durch. Wo würdest du stolpern. Wo fehlt ein Hinweisschild. Es muss nicht auf Anhieb perfekt sein. Ich hab auch mehrere Anläufe gebraucht, bis die Mischung aus Icons und Text gepasst hat. Der Aufwand lohnt sich trotzdem, für dich und für jede einzelne Teilnehmerin, die sich durch deinen Kurs findet.