Membado E-Mail-Vorlagen anpassen: So schreibst du deine Teilnehmer einfach an

So kommt deine automatische Membado-Kursmail bei einer echten Person an, die gerade zum ersten Mal bei dir gekauft hat. Automatisierung für Coaches soll ja eigentlich genau für diesen Moment da sein. Aber ob es wirklich funktioniert, zeigt sich selten sofort. Das merkt man erst später, wenn irgendwo eine echte Rückmeldung reinflattert.

Bei mir kam sie über einen Umweg: ein Testkauf im eigenen Kurs, ein paar Tage vor dem Start. Die Bestätigungsmail poppte auf, ich öffnete sie – und da stand „Sehr geehrter Kunde" in einer Schrift, die aussah, als käme sie direkt vom Finanzamt. Keine Wärme, keine Yoga-Community, kein bisschen ich.

Standardvorlagen sind wie ein Fertiggericht aus der Kühltheke. Schmeckt okay, aber die Liebe fehlt komplett. Und genau das spüren Teilnehmerinnen sofort, auch wenn sie es nicht in Worte fassen könnten.

Standardmails klingen oft wie Amtsschreiben

Coaches verkaufen keine PDF-Dateien, sie verkaufen eine Verbindung. Jede E-Mail, die nach System klingt statt nach dir, reißt genau diese Verbindung wieder auseinander, noch bevor die erste Lektion überhaupt beginnt.

Gerade im deutschsprachigen Raum ist die Anrede eine Herzensangelegenheit. In meiner Yoga-Welt ist das Du gesetzt, eine förmliche Anrede fühlt sich für Teilnehmerinnen an wie ein Widerspruch zu allem, was der Kurs eigentlich verspricht.

Nahaufnahme des Membado E-Mail-Editors beim Anpassen der Willkommens-Vorlage im E-Mail-Marketing für Coaches

Die Vorlagen im Membado-Backend aufspüren

Im Membado-Backend liegen rund zwölf dieser System-Mails, gut versteckt unter den Einstellungen. Willkommens-Mail, Passwort-vergessen, Kaufbestätigung, die stillen Helfer im Hintergrund, die niemand bemerkt, bis sie falsch klingen.

Absendername, Betreff, Text, alles lässt sich anpassen. Trag unbedingt deinen eigenen Namen ein, nicht nur „Support", das ist der erste kleine Handgriff mit großer Wirkung. Um die Pflicht-Bestätigung fürs Marketing, die man hierzulande sowieso braucht, kümmert sich Membado schon im Hintergrund, was mir eine Sorge weniger lässt.

Platzhalter richtig setzen, ohne zu verzweifeln

Perfekt sollte jede Mail mit einem herzlichen „Namasté" beginnen, das war mein Anspruch beim letzten großen Launch. Dabei bin ich über die Platzhalter gestolpert, diese kleinen Codes wie {{first_name}}, die dem System sagen, wo der Vorname eingesetzt wird.

Meine Nachbarin Heike war gerade da, saß mit ihrem eigenen Laptop still neben mir, während ich mir selbst eine Testmail schickte. Auf dem Bildschirm stand „Hallo {first_name}". Eine geschweifte Klammer fehlte am Ende, verschluckt beim Kopieren. Reines Rätselraten, am Anfang. Das hätte ich vorher gerne gewusst: Es müssen exakt zwei Klammern auf jeder Seite sein, sonst bleibt der Platzhalter als nackter Code stehen, statt sich in einen Namen zu verwandeln. Als aus der Testmail endlich ein echtes „Hallo Tanja" wurde, fühlte sich das an wie die erste geglückte Krähe im Yoga-Unterricht.

Kursteilnehmerin liest persönliche Membado Willkommens-E-Mail auf dem Smartphone nach dem Online-Kurs-Kauf

Automatisierung, die trotzdem persönlich bleibt

Transaktionsmails wie die mit den Zugangsdaten werden viel öfter geöffnet als jeder Newsletter. Genau da sind Teilnehmerinnen am aufmerksamsten, also nutze ich die Fußzeile für einen kleinen Startimpuls oder ein Motivationswort. Bei einem kurzen Begrüßungsvideo, das in dieser Mail verlinkt ist, hängt im Hintergrund noch der Gummigeruch der Matten in der Luft, egal wie lange vorher gelüftet wurde.

Bevor der Kurs für alle offen ist, lohnt sich ein Blick auf jede einzelne Einstellung. Dazu gibt es eine eigene Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du deinen Membado Kurs veröffentlichen kannst, ohne am Tag X in Schweiß auszubrechen. Und weil Vorlagen nur ein Teil vom Teilnehmer-Erlebnis sind, lohnt sich daneben ein Blick darauf, wie du deine Membado Kurs-Inhalte schützen kannst, damit niemand die Videos einfach kopiert.

Die Vorlagen waren ohnehin nur ein Puzzleteil von vielen. Bis dahin hatte ich schon geklärt, welche Plattform überhaupt zu mir passt (ein eigenes Kapitel für sich, nachdem ich vorher Thinkific ausprobiert und nach zwei Wochen ratlos wieder aufgegeben hatte), wie die Zahlungen reinkommen, wie der Mitgliederbereich aussieht, in welcher Reihenfolge die Lektionen liegen, ob es eine eigene Landingpage braucht, wo die Videos überhaupt gespeichert sind, wie das Branding zusammenpasst, wie ich Teilnehmerinnen bei der Stange halte und wie ich meine Kurspakete staffle. Jedes einzelne Thema hätte für sich einen eigenen Nervenzusammenbruch verdient.

Ulrike, meine Life-Coach-Kollegin aus Düsseldorf, hat mich neulich genau das gefragt: wie diese Vorlagen eigentlich funktionieren. Sie überlegt für solche Sachen für gewöhnlich ewig, und fängt dann doch an, meistens genau zur richtigen Zeit.

Der Morgen, an dem ich es endlich glaubte

Fünf Wochen nach dem Start war ich früh raus zum Viktualienmarkt, wollte frische Erdbeeren holen, bevor der Trubel losgeht. Zurück am Frühstückstisch, Laptop aus Gewohnheit aufgeklappt. Da standen sie: drei neue Bestellungen, einfach über Nacht reingekommen, ohne dass ich auch nur eine Mail von Hand geschrieben hätte.

Eine Teilnehmerin schrieb mir kurz danach zurück, auf die automatische Willkommens-Mail: „Oh wie schön, danke für die lieben Worte, ich freue mich total." Sie hatte gar nicht gemerkt, dass niemand das von Hand getippt hatte. Genau darum geht es bei den Vorlagen: nicht Zeit sparen um der Zeit willen, sondern dafür sorgen, dass deine Stimme auch dann ankommt, wenn du gerade nicht selbst am Bildschirm sitzt. Trau dich an die Klammern ran, bevor du live gehst, das ist die zehn Minuten wert, die es kostet.

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